Einverstanden

Mit der Nutzung unserer Seite stimmen Sie unseren Datenschutzbedingungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies.

Corona: Ihre Ansprüche bei stornierten Reisen

Das Auswärtige Amt hat am Dienstag, 17.03.2020, eine weltweite Reisewarnung bis mindestens Ende April 2020 ausgesprochen. Es rät vor nicht notwendigen touristischen Reisen ins Ausland ab, da die Rückreise aufgrund drohender Einreisebeschränkungen, Flugverboten und Quarantänemaßnahmen gefährdet ist. Auch die deutschen Urlaubsinseln wie Sylt oder Rügen wurden für Touristen abgeriegelt.

Für Pauschalreisen (= Gesamtheit von mindestens zwei Reiseleistungen, z.B. Flug und Hotel) bedeutet dies, dass der Reisende, welcher seine Reise bislang noch nicht angetreten hat, diese kostenlos bis zum geplanten Reisebeginn stornieren kann.

Selbst wenn im Reisevertrag Stornierungskosten (oftmals zeitlich gestaffelt) vereinbart sind, kann der Reiseveranstalter diese aufgrund der aktuellen, weltweiten Lage, ausgelöst durch die rasche Ausbreitung des Coronavirus, nicht verlangen.

Für Reisende, welche ihren Urlaub bereits angetreten hatten und dieser vom Reiseveranstalter nun abgebrochen wurde, besteht ebenfalls ein Erstattungsanspruch für die entgangenen Urlaubstage.

Wer seinen Urlaub allerdings selbst zusammengestellt hat, das heißt über die bekannten Internetportale wie beispielsweise booking.com Flug und Hotel getrennt voneinander gebucht hat, kann seine Rückerstattungsansprüche hingegen teilweise nur schwerer durchsetzen.

Grundsätzlich gilt nach deutschem Recht, dass eine Leistung (Zahlung der Hotelkosten) nicht zu erbringen ist, wenn die Gegenleistung, z.B. aufgrund von Hotelschließungen, unmöglich ist. Das bedeutet, dass für bereits im Voraus bezahlte Unterkünfte im Bundesgebiet ein Rückerstattungsanspruch grundsätzlich besteht.

Bei Auslandsreisen ist jedoch deutsches Recht nicht anwendbar, vielmehr gilt die Rechtslage des Zielortes. In vielen Fällen ist der Reisende deshalb auf die Kulanz des Vertragspartners angewiesen.

Für Flüge gilt folgendes:

Annulliert die Fluggesellschaft den Flug, bekommt der Passagier den vollständigen Flugpreis zurückerstattet. Rechtsgrundlage hierfür ist, die in der EU geltende Fluggastrechteverordnung.

Sollte die Fluggesellschaft den Flug jedoch nicht von sich aus stornieren und kann der Passagier aufgrund von Ausgangsbeschränkungen den Flug jedoch nicht antreten, haftet die Fluggesellschaft nicht für den entstehenden Schaden des Passagiers.

Auch wenn der Passagier den Umstand, wie Ausgangsbeschränkungen oder Einreiseverbote, nicht zu verschulden hat, ist er bei der Stornierung des Fluges erneut auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.